Stuttgart: Der „Fischadler“ ist schon wieder weg

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Vor zwei Wochen bereits hätte der amerikanische „Fischadler“ über Stuttgart fliegen sollen. Die Behörden in der und um die Landeshauptstadt waren informiert, einige Ingenieure von Daimler zu der Veranstaltung eingeladen – aufgrund des miesen Wetters jedoch wurde der Termin verschoben.

Da das Wetter nun endlich ein wenig besser wurde, ging das militärische Kipprotor-Wandelflugzeug vom Typ MV-22B Osprey nun am Donnerstag in die Stuttgarter Luft. Eine Maschine vom Sportplatz der amerikanischen Militärbasis Kelley Barracks in Möhringen aus, eine andere von den Patch Barracks in Vaihingen.

„An Bord waren jeweils zehn hochrangige Leute und Offiziere der US-Streitkräfte für Europa (EUCOM) und für Afrika (AFRCOM). Unsere Navy wollte mit diesem Flug die Kapazität und die Leistung der MV-22B Osprey demonstrieren“, erklärt Liz Moore, die in der Verwaltung der Kelley Barracks arbeitet und für die amerikanisch-deutschen Verbindungen zuständig ist.

3Am Freitagabend vergangener Woche hatte sie eine E-Mail an betreffende Behörden und die Bezirksvorsteher in unter anderem Vaihingen, Möhringen, Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt geschickt und den neuen Flugtermin des „Fischadlers“ – das deutsche Wort für Osprey – bewusst angekündigt.  „Es ist ja nunmal so, dass wir hier nichts machen, nur weil wir es wollen“, sagt Moore und entschuldigt sich sogleich für den Flug der spektakulären Maschine des US Marine Corps: „Die Osprey ist sehr tief geflogen und sie ist wirklich sehr laut.“

Für die Mitarbeiter des Pressehauses in Möhringen war die Flugschau am Donnerstagvormittag ein willkommener Grund, die Nase am Fenster platt zu drücken.

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Götzes großer Abend in Stuttgart

Hereinspaziert!

Fünf Tore, ein deutscher Sieg mit einem neuen Helden, eine tolle Stimmung in einem großartigen Stadion – das alles gab das Freundschaftsländerspiel des DFB gegen Brasilien in der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena her. Beim 3:2-Sieg der deutschen Nationalelf waren exakt 54.767 Zuschauer ganz nah dran – ich inklusive. Den Verlauf des Abends habe ich über den Account @StZ_Live der Stuttgarter Zeitung getwittert.

Der Bus der Nationalelf am "Le Meridien"

Der Eingang für die Pressemeute

Fredi Bobic gibt Autogramme

Wenn Mercedes ruft, kommen sie alle: Hansi Müller, Fredi Bobic, Giovane Elber und Franz Beckenbauer

Die deutschen Helden

Aufwärmspielchen

Die Verlierer aus Brasilien

Das Pflichtprogramm

Guter Blick, gutes Spiel

Nach der Galavorstellung

Auch leer sehr, sehr schön


Mein Spielbericht zu der Partie ging bei Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten und Schwarzwälder Bote online:

Stuttgart – Er nahm den Ball lässig mit der Brust an, er ließ ihn vom Fuß kurz in den Raum abtropfen, er dribbelte unwiderstehlich drauf los: Mario Götze erlebte für die deutsche Fußball-Nationalelf einen wunderbaren Mittwochabend im Test-Länderspiel gegen Brasilien. Götze, der wie ein Brasilianer (oder gar besser?) im weißen DFB-Trikot wirbelte und zahlreichge schöne Angriffe einleitete, hatte großen Anteil am 3:2 (0:0)-Erfolg über die Südamerikaner.

Stuttgart und die 54.767 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena bekamen somit ein historisches Ereignis zu sehen: Erstmals seit 18 Jahren konnte der DFB wieder gegen Brasilien gewinnen.

Die Treffer für Deutschland besorgten der starke Bastian Schweinsteiger per Elfmeter (61. Minute), nach dem Toni Kroos vom Ex-Bundesligakicker Lucio von den Beinen geholt wurde, sowie Mario Götze (67.) und der eingewechselte Andre Schürrle (80.).

Neymar fiel mit Frisur und Elfmeter auf

Für die insgesamt enttäuschenden Brasilianer trafen Robinho (71. per Elfmeter nach Foul von Lahm) und der im Vorfeld hochgelobte Jungstar Neymar (90.). Neymar fiel durch seine Schuhe und seine Frisur auf – durch seine Leistung allerdings nicht. Auch der andere Torschütze, der ehemalige Weltklassespieler Robinho, blieb wegehend blass.

Insgesamt wurde das Duell der Fußball-Großmächte im Mittelfeld entschieden: Nach einer ersten Hälfte auf Augenhöhe und ohne Tore zogen Schweinsteiger, Götze und Toni Kroos das Tempo an. Auch der wieder mal extrem quirlige Thomas Müller und der hochengagierte André Schürrle, der in der 46. Minute für den unkonzentrierten Lukas Podolski kam, waren ausschlaggebend.

Cacau durfte für zwei Minuten ran

„Ich habe heute jeden Moment genossen. Die Mannschaft hat gut gespielt und mir auch sehr geholfen. Es lief reibungslos, ich freue mich einfach“, sagte der 19-jährige Götze, der die Szene zum 1:0 mit einleitete. Bundestrainer Joachim Löw war sichtlich angetan: „Wenn man sieht, mit welcher Freude und welcher Lust gerade die Jungen heute gespielt haben, dann sieht man, dass solche Spiele die Mannschaft weiterbringen.“

Und den begeisterten Zuschauern in der wunderbaren Stuttgarter Mercedes-Benz Arena wurde zwei Minuten vor Schluss sogar noch der allerletzte Wunsch erfüllt: Löw wechselte in der 88. Minute VfB-Stürmer Cacau, der vier Tage zuvor im selben Stadion beim 3:0 gegen Schalke jubeln durfte, für Götze ein. Von den fast 55.000 schwarz-rot-goldenen Fans, die einige Male „La Ola“ durch Bad Cannstatt schwappen ließen, gab’s dafür – noch einmal – aufbrausenden Beifall.

Die Aufstellungen:
Deutschland: Neuer – Träsch, Hummels (88. Boateng), Badstuber, Lahm – Schweinsteiger (85. Rolfes), Kroos – Müller, Götze (88. Cacau), Podolski (46. Schürrle) – Gomez (46. Klose).
Brasilien: Julio Cesar – Dani Alves, Lucio, Thiago Silva, Andre Santos – Robinho (86. Renato Augusto), Ralf, Ramires (86. Luiz Gustavo), Fernandinho (69. Ganso) – Neymar, Pato (77. Fred).