DFB-Pokal: VfB Stuttgart vs FC St. Pauli 3-0

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Am Mittwochabend war ich mit Markus Herwig vom Fußball-Internetradio 90elf beim Pokal-Zweitrundenspiel des VfB Stuttgart gegen Zweitligist FC St. Pauli.
Durch die Treffer von Traoré, Ibisevic und Harnik setzte sich der VfB vor 26.800 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena locker durch und zog ins Pokal-Achtelfinale ein.

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Weil’s so romantisch ist: Neuer, Sahin und Stanislawski heulen eben

Es ist arg kompliziert: Am Fußball-Saisonende geht’s um Geld, um Prestige, um Schicksale von Spielern oder auch ganzen Vereinen und – ja, tatsächlich – meist auch um große Emotionen. Um Jubel, aber auch auch um Trauer. Der gemeine Fußballer spricht da meist vom „Heulen“, welches als schwaches Verb gilt und direkt zum 96er-Europameister Andy Möller führt – was macht der eigentlich heute?

Egal, weg von Möller, hin zu einem anderen BVB-Kicker, einem Schalker Torwart und einem Hamburger Trainer. Denn Nuri Sahin, Manuel Neuer und Holger Stanislawski haben etwas gemeinsam: Diese Drei brachen kürzlich auf Pressekonferenzen mehr oder weniger in Tränen aus.

Sahin gab seinen erwarteten Wechsel von Überraschungsmeister Dortmund zum Weltklub Real Madrid, der kommende Welttorhüter Manuel Neuer (siehe Video) seine Nicht-Vertragsverlängerung bei Schalke und Trainer Stanislawski seinen Abgang vom finanziell armen, aber fan-reichen FC St. Pauli zur finanziell reichen, aber fan-armen TSG Hoffenheim bekannt.

(Video gefunden bei VfL1848News)

Alles logisch, alles verständlich, doch Vereinswechsel gehören zum Tagesgeschäft – trotz der Tatsache, dass Neuer schon immer ein Schalker ist und Stanislawski gefühlt schon immer ein Paulianer war und Sahin beim BVB vom Balljungen zum Star wurde.

Wird das Heulen nach freiwilligen Wechseln auf Ego-Pressekonferenzen nun zum Trend? Ich hoffe nicht. Denn der Profifußball und zum Teil auch bereits der Amateurfußball besteht aus vielen, vielen Nomaden, die meist dort hingehen, wo es das meiste Geld gibt. Das klingt populistisch, ist aber so. Und es ist nicht verwerflich. Es ist menschlich.

Dass die (medien-)erfahrenen Fußballprofis Sahin und Stanislawski nun freiwillig gehen und sich dadurch sportlich wie hoffentlich finanziell verbessern (Neuer wahrscheinlich ebenso, der Transfer zum FC Bayern ist aber immer noch nicht perfekt), bei der Bekanntgabe ihre Gefühle aber nicht unter Kontrolle behalten, ist doch ein Stück weit verwunderlich.

Na klar, war die Zeit wunderschön und voller Erfahrungen und überhaupt – sie müssen aber doch gar nicht weg, sie haben es selbst so entschieden. Und da sie ja einen wunderbaren Eindruck in Dortmund/St. Pauli hinterlassen haben, könnten sie ja theoretisch auch zurück. Alles also halb so wild. Kein Grund zum Weinen.

Christian Zaschke vom Magazin der Süddeutschen Zeitung stellt sich dazu gar die wunderbare Frage: „Was sollen diese Tränen?“ Der Journalist, der einer Kollegin mal zu 500.000 Euro bei „Wer wird Millionär?“ verhelfen konnte, schwankt bei diesem Thema: Einerseits findet er diese Fußballertränen „arg übertrieben“, andererseits, sagt er, sind gerade der BVB, S04 und Pauli „besondere Clubs“ mit einer „romatischen Idee“ und einer „innigen Beziehung von Fans und Verein“. Da hat er auch wieder Recht.

Also, das mit dem Heulen ist arg kompliziert. Ich sagte es bereits.