Was es nicht alles gibt…

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Diese Dosen habe ich eben bei Netto in Stuttgart-Heslach entdeckt und dann auch einfach mal gekauft. Offensichtlich haben die Marketing-Abteilungen von Bayern München und Borussia Dortmund im Vorfeld des Champions-League-Finales ganze Arbeit geleistet.
Werde die beiden Energydrinks dann wohl während der Partie mal probieren.

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Ein Fernsehabend mit Schalke, dem BVB und Bela Rethy

Pokalsieger Schalke 04 hat sich am Samstagabend den extrem unwichtigen Fußball-Supercup geholt, Meister und Erzfeind Borussia Dortmund wurde im Elfmeterschießen (0:0, 4:3) bezwungen. Schalkes neuer Torwart Ralf Fährmann (das Wortspiel kann man mal machen, aber bitte nur höchstens bis zum 2 . Spieltag) machte dabei mit zwei gehaltenen Elfmetern (Großkreutz, Perisic) von sich reden und gilt in nun in Fußball-Deutschland als erster Held der Saison.

So viel zur Erklärung. Zu dem doch recht langweiligen Drama auf dem Platz spielte sich gestern Abend aber auch ein weiteres Drama ab: Für das ZDF kommentierte wieder einmal Bela Rethy.

Und wie zwei erfahrene Fußballfans den Auftritt von Rethy, Schalke und dem BVB erlebt haben, möchte ich hier einmal wiedergeben. Und nein, der folgende Dialog ist nicht erfunden. Er spielte sich während der Partie via whatsapp genau so ab. Okay, an manchen Stellen ist er entschärft und gekürzt, damit sich die teils sprunghaften Gedanken nicht allzu kompliziert lesen. Aber ansonsten: Es ist die Wahrheit. Nichts als die reine Wahrheit.

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1. Kapitel:
Also, hinein in die Partie. Die erste Halbzeit.

Neutraler Beobachter: Boah, was geht mir der Rethy auf’n Sack.
BVB-Fan: Ach, geh mir weg mit der alten ranzigen Wurst.
Furchtbar ist der. Der Fußball im Jahr 2011 ist viel zu schnell für den alten, blinden Mann.

Das sagste was. Mit „unangespannt“ wird er wohl entspannt meinen.
Sorry, ich war kurz auf Sport1 und Eurosport und hab Copa und U19-EM gesehen…

Hast auch nix verpasst, außer ’nem dummen Kommentar.
Ok, jetzt bin ich aber zurück. „Fuchs der auffälligste Schalker bisher“?!?

Sagt der alte, blinde Mann.
Ganz genau. Ich finde ja auch Höwedes am auffälligsten bei Schalke.

Aber nur wegen seiner Schlumpfmütze.
„Kappe“, wie Bela sagt … aber komm, sein Kopfball war stark.

Jau, war er auch. Haste gesehen? Da taucht er ab, der Ralle.
„In Neuer-Manier“ kommentiert es die blinde Phrasen-Nuss.

So, Halbzeit. Freue mich jetzt auf Claus.
Pause. Die ZDF-Nachrichten.

2. Kapitel:
Und ab in die zweite Hälfte. Bela Rethy wundert sich, warum Schalke den Vertrag des 34-jährigen Raul noch nicht verlängert hat.

Klar, Bela würde jetzt schon bis 2014 mit Raul verlängern. Boah, und jetzt verwechselt der auch noch Löwe mit Piszczek und merkt es nicht.
Na, na, na, einfach den Schmerz wegatmen. Krass, wie schnell die Dortmunder vorne sind.
Boah, Mario.
(Götze scheitert an Fährmann)
Super, der Ralf.
Jepp. Sag mal, geht das mit Huntelaar jetzt so weiter?

Falls ja, dann muss der weg.
Ja, vielleicht kriegt Schalke ja noch so um acht Millionen für den.

Aber eins darf man nicht vergessen: Der spielt heute gegen den Deutschen Meister.
Ach sicher. Geil, kommen jetzt Perisic und Bender? Für Großkreutz und Kehl?

Nicht für Kehl.
Oje. Schade. Ich hätte Kevin runter genommen.

Schade, und Du hast Recht. Ich auch, aber Mario ist angeschlagen.
Aha, ok. Und vielleicht hat Kevin ja auch Elfer trainiert :-)

Kevin geht nach hinten. Und wird fliegen.
Genau, gelbrot nach Foul an Baumi.

Jupp. Aber Kevin hat die Haare schön.
Haha. Schöne Haare haben nur Roman und Gonzales Blanco.

Rauuul! Tut der überhaupt noch mit? Siehste nix von.
Der bringt dem Mats gerade Spanisch bei, damit der 2012 zu Real wechseln kann.

Haha. Fertig machen zum Jubeln. (Freistoß für Dortmund aus 18 Metern) Ach nee, Nuri ist ja weg.
Und verletzt.

Schwer sogar.
Ey, woher hat der Lukas das Selbstvertrauen? Toll!
(Starke Szene von Piszczek)
Für mich der beste Rechtsverteidiger der Liga.
Boah.

Mann, mann, mann. (Dortmund vergibt die nächste Torchance, es gibt immerhin Ecke)
Jetzt aber. Santana. Buuh.

Die Ecken sind scheiße.
Rauuuuul. :)

Och, tatsächlich. (Raul hat aufs Tor geschossen) Kehli gefällt mir gut.
Jo, ist okay.

Für so ’ne lange Pause. Ich find ihn toll.
Jaja, ich hab’s kapiert. Wer spielt zentral in der Saison? Bender mit?

Ilkay.
Genau! 3G im Mittelfeld.

Was?
Gündogan, Großkreutz, Götze!

Ah, verstehe, geil.
Die 90 Minuten enden 0:0.

3. Kapitel:
ZDF-Reporter Boris Büchler interviewt Susi Zorc.

Ist der Büchler doof?
Ja sicher. Schlimm.

Der sieht auch nur gut aus, der Blödmann. Lewis muss Pipi, daher die Hand. :)
Nee, der will eben was twittern. :-)

4. und letztes Kapitel:
Es geht ins Elfmeterschießen.

Elfer kann der Ralle.
Jo.

Der verschiebt. Doch nicht. (Edu trifft für Schalke)
Hmm.

Kevin.
Boah, jetzt der Doofe.

Hallo?!?
Hahaha. Jetzt hat er den Salat.
(Großkreutz verschießt)
Scheiße.
Sorry.

Egal.
Die Kappe hätte Benni jetzt auch abnehmen können. Cool, der Mo.

Wacker. Drin. (Der 18-jährige Leitner trifft)
Dafür gibt’s ’nen Klaps von Kloppo.

Boah.
Technik hat Jurado ja.
(Auch Jurado trifft) Der Perisic sieht aus wie ein Holländer. König Fährmann! Das freut mich für ihn.
Ja, schau: Ralle ist der Held! Gute Nacht, morgen Frühschicht.
Jau, ich geh‘ rüber zur ARD. Gute Nacht!

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Weil’s so romantisch ist: Neuer, Sahin und Stanislawski heulen eben

Es ist arg kompliziert: Am Fußball-Saisonende geht’s um Geld, um Prestige, um Schicksale von Spielern oder auch ganzen Vereinen und – ja, tatsächlich – meist auch um große Emotionen. Um Jubel, aber auch auch um Trauer. Der gemeine Fußballer spricht da meist vom „Heulen“, welches als schwaches Verb gilt und direkt zum 96er-Europameister Andy Möller führt – was macht der eigentlich heute?

Egal, weg von Möller, hin zu einem anderen BVB-Kicker, einem Schalker Torwart und einem Hamburger Trainer. Denn Nuri Sahin, Manuel Neuer und Holger Stanislawski haben etwas gemeinsam: Diese Drei brachen kürzlich auf Pressekonferenzen mehr oder weniger in Tränen aus.

Sahin gab seinen erwarteten Wechsel von Überraschungsmeister Dortmund zum Weltklub Real Madrid, der kommende Welttorhüter Manuel Neuer (siehe Video) seine Nicht-Vertragsverlängerung bei Schalke und Trainer Stanislawski seinen Abgang vom finanziell armen, aber fan-reichen FC St. Pauli zur finanziell reichen, aber fan-armen TSG Hoffenheim bekannt.

(Video gefunden bei VfL1848News)

Alles logisch, alles verständlich, doch Vereinswechsel gehören zum Tagesgeschäft – trotz der Tatsache, dass Neuer schon immer ein Schalker ist und Stanislawski gefühlt schon immer ein Paulianer war und Sahin beim BVB vom Balljungen zum Star wurde.

Wird das Heulen nach freiwilligen Wechseln auf Ego-Pressekonferenzen nun zum Trend? Ich hoffe nicht. Denn der Profifußball und zum Teil auch bereits der Amateurfußball besteht aus vielen, vielen Nomaden, die meist dort hingehen, wo es das meiste Geld gibt. Das klingt populistisch, ist aber so. Und es ist nicht verwerflich. Es ist menschlich.

Dass die (medien-)erfahrenen Fußballprofis Sahin und Stanislawski nun freiwillig gehen und sich dadurch sportlich wie hoffentlich finanziell verbessern (Neuer wahrscheinlich ebenso, der Transfer zum FC Bayern ist aber immer noch nicht perfekt), bei der Bekanntgabe ihre Gefühle aber nicht unter Kontrolle behalten, ist doch ein Stück weit verwunderlich.

Na klar, war die Zeit wunderschön und voller Erfahrungen und überhaupt – sie müssen aber doch gar nicht weg, sie haben es selbst so entschieden. Und da sie ja einen wunderbaren Eindruck in Dortmund/St. Pauli hinterlassen haben, könnten sie ja theoretisch auch zurück. Alles also halb so wild. Kein Grund zum Weinen.

Christian Zaschke vom Magazin der Süddeutschen Zeitung stellt sich dazu gar die wunderbare Frage: „Was sollen diese Tränen?“ Der Journalist, der einer Kollegin mal zu 500.000 Euro bei „Wer wird Millionär?“ verhelfen konnte, schwankt bei diesem Thema: Einerseits findet er diese Fußballertränen „arg übertrieben“, andererseits, sagt er, sind gerade der BVB, S04 und Pauli „besondere Clubs“ mit einer „romatischen Idee“ und einer „innigen Beziehung von Fans und Verein“. Da hat er auch wieder Recht.

Also, das mit dem Heulen ist arg kompliziert. Ich sagte es bereits.

Klopp & Sippel – was ist damals vor dem T-Punkt in Mainz passiert?

Auf Augenhöhe mit Mainz und Frankfurt nach elf Spieltagen…, sagt der wunderbare Fußballjournalistenfan Arnd Zeigler und wendet sich Jürgen! zu: Borussia-Dortmund-Trainer Jürgen Klopp.

Und bevor ich weiter zuhöre, muss ich es mal eben nachlesen. Äh, ja, also nach elf Spieltagen der aktuellen Bundesligasaison war der BVB ganz klar Erster vor Mainz, Leverkusen und – unglaublich tatsächlich – Eintracht Frankfurt!

In einer Tabellenregion mit Frankfurt und Mainz konnte natürlich schon damals nicht der Anspruch des BVB und der des Ironie-Duos Klopp/Zeigler sein – und wie wir alle heute wissen, hat Frankfurts Stürmer Theofanis Gekas längst wieder seiner launische Normalform erreicht und außer ihm trifft doch eh kaum ein Frankfurter die Bude. Wo der BVB ist, ist oben. Und wo Frankfurt ist, könnte es runter gehen.

Ein Highlight beim Beitrag für seine WDR-Sendung „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ ist zudem Zeiglers Frage, ob es zwischenmenschliche Gründe dafür gibt, den Ex-BVB-Stürmer Lothar Sippel – der lediglich von 1992 bis 1994 für Dortmund spielte und 1998 seine Karriere beendet hat – nun nicht mehr aufzustellen…

Hier also das grandiose erste Klopp/Zeigler-Video aus dem November 2010 (11. Spieltag):

(Video gefunden bei fr4nz47)

Und auch das zweite Video von Zeigler mit Klopp ist klasse. Klopp kann Zeigler nicht direkt in die Augen sehen, weil er ansonsten wohl loslachen müsste, Zeigler grinst stets wie ein kleines vorfreudiges Kind, das kapiert hat, dass es den Nikolaus gar nicht gibt und es jeden Moment allen Unwissenden verraten möchte.

Und so sieht die Fortsetzung im Fall Sippel aus:
Zeigler: Eine Frage, die sich jetzt auch viele stellen: Was wird aus Lothar Sippel?
Klopp: Ich hab ehrlich gesagt seit November nichts mehr von ihm gehört. Gut so.

Hier das zweite Klopp/Zeigler-Video (33. Spieltag):

(Video gefunden bein OnkelTUC)

Und jetzt frage ich mich aber doch: Welche Beziehung – außer der im ersten Video erwähnten Hessen-Auswahl-Vergangenheit – hat Jürgen Klopp zum heutigen Eventmanager Lothar Sippel? Ist dieses Gesippel etwa ein Running Gag unter den Dreien? Oder sind Klopp (ewiger Mainzer) und Sippel (1985- 1987 Hessen Kassel, 1989 – 1992 Eintracht Frankfurt) gar etwa doch hessische Rivalen und können sich nicht leiden? Der einzige Verein, bei dem beide in ihrer Spieler- & Trainerlaufbahn tätig waren, ist – Borussia Dortmund. Sippel hat für den BVB allerdings in 39 Spielen nur 5 Mal getroffen, erfolgreich sieht anders aus.

Später bekam Sippel dann Autogrammkarten von „Saturn“ und „T-Home“ und ließ sich auch mal vor x-Jahren – und jetzt kommt das Online-Fundstück der Woche –  vor einer Telekom-Filiale in Mainz zusammen grinsend mit Jürgen Klopp fotografieren.

@Jürgen Klopp: Was ist an dem Tag noch passiert?

Nachtrag vom 10. Mai 2011, 22.55 Uhr:

Zwar hat mir nicht Jürgen Klopp, aber prompt die Redaktion der WDR-Sendung „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ via Twitter geantwortet: Und die Kollegen sind der Meinung, ich würde „viel zu kompliziert denken – Lothar Sippel wurde spontan Teil dieser Geschichte.“ Danke für die Antwort!

„We have a grandios Saison gespielt“

Ach, sicher. Wenn ich Fußballprofi wäre, bereits ein paar Jahre auf dem Buckel hätte, dann Deutscher Meister werden würde und um mich herum über 80.000 Tiere Menschen mir (und knapp 20 Anderen) zujubeln würden – ich würde mich auch vor jedes Mikrofon, jedes Diktiergerät, jeden Menschen, der einen Block und einen Stift in der Hand hält, stellen. Und vor jede Fernsehkamera sowieso.

Ich wäre so stolz und so glücklich, es wäre mir egal, wie meine Haare liegen würden. Es wär mir egal, wie verschwitzt ich bin und dass ich auch so stinke rieche. Es würde mich nicht interessieren, ob ich einen Schal um meinen Hals trage, obwohl mir verdammt heiß ist. Und es wäre mir egal, in welcher Sprache der Mensch gegenüber mit mir spricht. Ob er überhaupt spricht.

Und wenn er – sagen wir, es ist ein kurzhaariger Mann in schickem Anzug und Krawatte – dann spricht, dann würde ich als neuer und stolzer Deutscher Meister ihm auch antworten: Ich bin ja höflich.

Dass mir dieser Mann doch sehr arabisch vorkommt, nur wenig Englisch redet, meinen (deutschen) Namen nicht richtig betonen kann und zu Beginn auffällig oft mir das auch auf Deutsch gängige Wort äähhhh benutzt, lächele ich weg und fasse kurz meine Nasenspitze an. Ich höre den Mann ja auch kaum: Die Tiere Fans um mich herum sind so laut.

Und dann dann antworte ich: Yeah, is really. I think, we have a grandios Saison gespielt. And we play very well and so we have, we have to win the champion hier here.

Dann würde ich einfach mal abwarten, was mich dieser Mann noch so fragen würde. Ich glaube, ich würde mir diesen Schal nochmal ordentlich zurechtlegen. Ach ja, und die Haare natürlich auch. Lächeln würde ich, und zwischendurch wegschauen. Aber nicht denken, das bringt einen nur durcheinander.

Und meine zweite Antwort würde dann in etwa so lauten: Yeah ja, I think, all the team was for most famous and I think, we have a great Saison play and so we have to win the league.

Dann würde ich schnell thank you sagen, den Mann tätscheln und zufrieden weg gehen.

Genau so würde mein Leben aussehen, ein paar Minuten nach meiner ersten Deutschen Meisterschaft. Und sich dass meine Mitspieler in den nächsten Jahren Tagen über dieses Interview totlachen amüsieren würden, weil sich in diesem unglaublichen Internet alles finden lässt, wäre mir total egal.

Ich danke BVB-Torwart Roman Weidenfeller für diesen wunderbaren Auftritt vor der TV-Kamera von Dubai Sports.

(Video gefunden bei thearabianboy)