Panini: Schweini und Gomez tauchen auf – ausgerechnet jetzt

Ist schon ein seltsamer Zufall, dass ich beim ersten Panini-Päckchen-Kauf nach dem denkwürdigen Champions-League-Finale der Bayern das Münchner DFB-Duo Schweinsteiger und Gomez sowie den kroatischen Noch-Bayern Olic erwische … naja, oder auch nicht: Ich hatte schließlich beim Bonus in Stuttgart-Heslach für 4,99 Euro recht viele Panini-Bilder gekauft. Egal.

Jetzt die entscheidende Frage:
Wer will mit mir tauschen? Dann einfach ins Kommentarfeld dieses Blogeintrags hineinschreiben. Ich verschicke gerne meine Doppelten im Briefumschlag quer durch das Land und tausche 1:1.

Hier meine Doppelten (Stand: 21. Mai):
34, 36, 56, 67, 74, 95, 95, 95, 96
103, 124, 124, 132, 158, 158, 173, 179, 183, 190
206, 210, 215, 238, 240, 255, 264, 266, 277, 283
300, 314, 314, 324, 355, 356, 392
452, 472, 465, 487, 494, 494, 496
500, 537

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Wo war Thomas Müller in der ersten Viertelstunde?

Screenshot: stuttgarter-zeitung.de

Holger Badstuber, David Alaba und Luiz Gustavo fehlten gesperrt, also sprangen im Champions-League-Endspiel am Samstagabend gegen Chelsea London Anatoliy Tymoshchuk, Diego Contento und Thomas Müller für den FC Bayern München in die Bresche.

Doch auch trotz einer starken Vorstellung gelang den Bayern nicht der erhoffte Triumph im eigenen Stadion: Der FC Chelsea siegte in einem über zweistündigen Drama mit 5:4 (1:1, 1:1) nach Elfmeterschießen.

In den 90 Minuten hatten Thomas Müller sowie Didier Drogba getroffen, in der Verlängerung verpasste Arjen Robben die Entscheidung zugunsten der Deutschen. Chelsea-Keeper Petr Cech hielt den flachen Elfmeter des Niederländers in der 95. Minute.

Im Einzelnen:

Lange war es ein ruhiger Abend für Deutschlands Nationalkeeper Manuel Neuer. Seine erste Parade hatte er in der 37. Minute zu zeigen, als er einen Schuss in die kurze Ecke von Salomon Kalou hielt. In der 88. Minute musste er den Ball nach dem Kopfball von Didier Drogba aus dem eigenen Netz holen. Im Elfmeterschießen hatte er dann einen großen Auftritt: Er hielt den ersten Chelsea-Elfmeter vom Spanier Juan Mata und schoss wenige Minuten später selbst ein. Sein selbstbewusster Auftritt reichte jedoch nicht zum Sieg. Die Strafstöße von Mata, Lampard, Cole und Drogba konnte er nicht parieren.
Insgesamt: Note 2,5

Kapitän Philipp Lahm war hochkonzentriert und sehr aufmerksam in der Partie. In der Defensive hatte er nur wenig Probleme und löschte einige Brände: In der 36. oder auch in der 104. Minute rettete er vor einschussbereiten Chelsea-Spielern. Der Nationalspieler versuchte auch immer wieder, die Offensive über die rechte Seite anzukurbeln. Als einer der wenigen auf dem Feld war bei ihm kaum Erschöpfung zu beobachten, in der 112. Minute tauchte er urplötzlich in der Nähe von Chelsea-Keeper Cech auf – fand Mario Gomez aber in der Mitte nicht.
Insgesamt: Note 2

Jerome Boateng ist zwar Stammspieler in der Bayern-Abwehr, galt dennoch als ein Schwachpunkt in der Defensive. Und so richtig konnte er diesen Ruf nicht widerlegen: Zwei, drei Unkonzentriertheiten (Dribbling gegen Drogba, Foul an Cahill) in der ersten Hälfte ließ er eine etwas bessere  zweite Halbzeit folgen. Er war aber auch oft ohne Gegenspieler, gegen Drogba waren meist Tymoshchuk oder Schweinsteiger im Einsatz. Boateng fiel kaum noch auf, hatte mit dem Spielaufbau der Bayern aber auch nichts zu tun.
Insgesamt: Note 3,5

Anatoliy Tymoshchuk überraschte Fans wie Experten mit einer astreinen Leistung. Bayern-Coach Jupp Heynckes brachte ihn in der Innenverteidigung neben Boateng und dort überzeugte er mit enormer Zweikampfstärke und Geschicklichkeit. Der Ukrainer lieferte sich rassige Duelle mit Chelseas Topstürmer Didier Drogba und war immer wieder auch am Spielaufbau beteiligt. In der 71. Minute grätschte er Drogba an der Außenlinie ab, nur wenige Momente später klärte er per Kopf vor Kalou. Mit der Einwechslung von Daniel van Buyten in der 86. Minute rückte er dann ins Mittelfeld zu Bastian Schweinsteiger – auch das tat seiner Leistung keinen Abbruch. Er war fit, grätschte noch in der 111. Minute erfolgreich.
Insgesamt: Note 2

Auf der linken Außenverteidiger-Position war für die Bayern Diego Contento am Ball. Und das überraschend gut. Contento, der nur selten ran darf, kam sofort in die Partie, zeigte ein sicheres Passspiel und gut getimte Tacklings (etwa in der 14. Minute). Und besonders in der ersten Hälfte war er offensiv engagiert, Chelsea-Routinier Bosingwa war offenbar überrascht. In der
36. Minute brachte er eine wunderbare Flanke mit dem linken Fuß von der linken Seite vor das Chelsea-Tor, mit der Abnahme verpasste Thomas Müller um zwei Meter das Tor. In der 73. Minute rettete er kurz vor der eigenen Torlinie vor Drogba. Zum Ende der Partie war Contento nicht mehr so präsent.
Insgesamt: Note 2,5

Was für ein Beginn: Exakt 111 Sekunden waren absolviert, als Schiedsrichter Pedro Proenca Bastian Schweinsteiger die gelbe Karte vor die Nase hielt. Nach dem plumpen Handspiel Schweinsteigers in der Chelsea-Hälfte blieb dem Portugiesen auch nichts anderes übrig. Er begann recht defensiv, bei weiten Cech-Abschlägen war es sogar der deutsche Nationalspieler, der in die Kopfballduelle mit Drogba ging. Schweinsteiger überzeugte nicht mit Tempo oder Genialität, brachte dafür aber reichlich Ruhe und Ballkontrolle ins Bayern-Spiel. Die riesengroße Motivation hat man ihm bei jedem Schritt angesehen – doch die letzten 20 Minuten wurden für ihn mangels Fitness zur Qual und beim Stande von 4:4 versagte er vom Elfmeterpunkt. Seinen Schuss lenkte Chelsea-Torwart Cech an den Pfosten. Kurz darauf jubelten die Engländer.
Insgesamt: Note 3,5

Neben Schweinsteiger begann Toni Kroos in der Bayern-Zentrale und was er vorhatte, zeigte er, als er nach ein paar Minuten den ersten Bayern-Torschuss auf den Chelsea-Kasten abgab. Kroos hatte erwartet viele Ballkontakte, verlagerte hervorragend und oft, er war leicht offensiver als Schweinsteiger im Spiel. Doch so richtig was bewirken konnte Kroos nicht. Mit einer wichtigen Ausnahme in der 83. Minute: Seine zentimetergenaue Flanke köpfte Thomas Müller zur Führung ein. Ab der 100. Minute war er mit der Luft so gut wie am Ende.
Insgesamt: Note 3,5

Ein Mann, der immer fette Schlagzeilen bekommt: Arjen Robben schoss in der 21. Minute flach aufs Chelsea-Tor, Petr Cech wehrte ans Lattenkreuz (!) ab. Und in der 95. Minute stand er
erneut dem Tschechen gegenüber – und scheiterte mit einem Elfmeter abermals.  Er wurde also nicht der Matchwinner. Sein Auftritt war höchst engagiert, er rannte die rechte Seite vor Philipp Lahm hoch und runter, holte unzählige Ecken heraus. Die allerdings brachte auch er ungefährlich vor den Chelsea-Kasten. Die Hoffnung, dass er noch den goldenen Schuss landet, war bis zur 120. Minute vorhanden. Und der FC Chelsea hatte bis zum Abpfiff mächtigen Respekt ihm. Das kann man nur von großen Spielern sagen.
Insgesamt: Note: 3

Wo hat Thomas Müller die ersten 15 Minuten des Champions-League-Endspiels verbracht? Man weiß es nicht, zu sehen war er nicht. Dann aber kam er zart in die Partie, tauchte nach einem Einwurf plötzlich an der Grundlinie auf und bediente Gomez (19. Minute) und schoss in der 36. Minute nach toller Contento-Flanke links vorbei. Kurz bevor er mit Krämpfen das Spiel verließ (86. Minute), hatte er starke Szenen: In der 78. Minute kommt er zehn Meter vor dem Chelsea-Tor an den Ball, schießt im Fallen aber vorbei. Drei Minuten später sieht der gegnerische Linksverteidiger Ashley Cole die gelbe Karte nach einem Foul an Müller und 60 Sekunden später hält Cech Müllers Kopfball. Doch dann, wiederum eine Minute später, ist es Thomas Müller, der das 83-minütige Anrennen der Bayern belohnt. Die Kroos-Flanke verwertet er per Kopfball-Aufsetzer unter die Latte. Ein tolles Tor.
Insgesamt: Note: 2,5

Franck Ribery war der erste, der an diesem denkwürdigen Fußballsamstag ins Tor traf – doch die Aktion in der 54. Minute zählte zurecht nicht. Ribery hatte beim Schuss von Robben im Abseits gestanden. Der Franzose machte Finte um Finte, wirbelte besonders in der ersten Hälfte auf links mit Contento – doch großen Ertrag konnte er nicht vorweisen. Von Bosingwa wurde er  übel von hinten in die Wade getreten, die gelbe Karte für den Portugiesen blieb allerdings aus. Am Lattenkreuz-Treffer von Robben in der 21. Minute hatte er einen kleinen Anteil (er sperrte einen Chelsea-Verteidiger), entscheidend beteiligt war Ribery dann in Minute 95, als Drogba ihn von hinten foulte. Aber: Ribery musste verletzt ausgewechselt werden und von der Außenlinie sah er, wie Robben den Elfer verschoss. Am Ende des Abends, als die Engländer die Party starteten, weinte der kleine Franzose.
Insgesamt: Note 3

Bayerns Starstürmer Mario Gomez rieb sich in vielen Zweikämpfen mit den Chelsea-Innenverteidigern David Luiz und Gary Cahill auf. Es boten sich ihm nicht viele Chancen, Gomez konnte sich aber auch nie im Eins-gegen-Eins durchsetzen. Er wirkte nicht spritzig, nicht kreativ. Und trotzdem hätte er in der 42. Minute das 1:0 machen müssen: Nach einer guten Körpertäuschung an Cahill vorbei lag der Ball bereit, doch er schoss weit über das Tor. Gemessen an
seinen Möglichkeiten und an dem, was er gerade auch in der Champions League gezeigt hat (zwölf Tore), war der Auftritt des Ex-Stuttgarters eine Enttäuschung. Immerhin verwandelte der Nationalstürmer im Elfmeterschießen souverän.
Insgesamt: Note 5

Daniel van Buyten galt als nicht fit genug für 90 Minuten, da er aber in der 86. Minute für Müller eingewechselt wurde und 120 Sekunden später der Ausgleich fiel, musste er immerhin 34 Minuten auf dem Platz verbringen. Und das tat er ganz ansprechend. Van Buyten warf sich in die Zweikämpfe, tauchte mal im Chelsea-Fünfmeterraum auf und musste auch ein derbes Foul einstecken. In der 108. Minute war Olic´ Querpass zu steil für ihn.
Insgesamt: Note 3

Ein persönlich bitterer Abend war es auch für Ivica Olic. Der Kroate, der die Bayern nun in Richtung Wolfsburg verlässt, wurde von Coach Jupp Heynckes in der ersten Verlängerungshälfte (97. Minute) auf den Rasen geschickt. Man hoffte auf einen großen Abschied eines großen Kämpfers – doch außer ein, zwei Ecken sprang bei seinen Körpertäuschungen und Antritten nichts heraus. Er wirkte seltsam müde, und das bereits kurz nach seiner Einwechslung. War er überhaupt fit? Und als er sich den Ball nahm und zum Elfmeterschießen gegen Petr Cech anlief, wusste das ganze Stadion, dass Olic verschießen würde. Und so war es auch.
Insgesamt: Ohne Note (zu wenig Spielzeit)

Dieser Text ist am 20. Mai, 1.24 Uhr, bei stuttgarter-zeitung.de, stuttgarter-nachrichten.de und schwarzwaelder-bote.de online gegangen.

Götzes großer Abend in Stuttgart

Hereinspaziert!

Fünf Tore, ein deutscher Sieg mit einem neuen Helden, eine tolle Stimmung in einem großartigen Stadion – das alles gab das Freundschaftsländerspiel des DFB gegen Brasilien in der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena her. Beim 3:2-Sieg der deutschen Nationalelf waren exakt 54.767 Zuschauer ganz nah dran – ich inklusive. Den Verlauf des Abends habe ich über den Account @StZ_Live der Stuttgarter Zeitung getwittert.

Der Bus der Nationalelf am "Le Meridien"

Der Eingang für die Pressemeute

Fredi Bobic gibt Autogramme

Wenn Mercedes ruft, kommen sie alle: Hansi Müller, Fredi Bobic, Giovane Elber und Franz Beckenbauer

Die deutschen Helden

Aufwärmspielchen

Die Verlierer aus Brasilien

Das Pflichtprogramm

Guter Blick, gutes Spiel

Nach der Galavorstellung

Auch leer sehr, sehr schön


Mein Spielbericht zu der Partie ging bei Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten und Schwarzwälder Bote online:

Stuttgart – Er nahm den Ball lässig mit der Brust an, er ließ ihn vom Fuß kurz in den Raum abtropfen, er dribbelte unwiderstehlich drauf los: Mario Götze erlebte für die deutsche Fußball-Nationalelf einen wunderbaren Mittwochabend im Test-Länderspiel gegen Brasilien. Götze, der wie ein Brasilianer (oder gar besser?) im weißen DFB-Trikot wirbelte und zahlreichge schöne Angriffe einleitete, hatte großen Anteil am 3:2 (0:0)-Erfolg über die Südamerikaner.

Stuttgart und die 54.767 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena bekamen somit ein historisches Ereignis zu sehen: Erstmals seit 18 Jahren konnte der DFB wieder gegen Brasilien gewinnen.

Die Treffer für Deutschland besorgten der starke Bastian Schweinsteiger per Elfmeter (61. Minute), nach dem Toni Kroos vom Ex-Bundesligakicker Lucio von den Beinen geholt wurde, sowie Mario Götze (67.) und der eingewechselte Andre Schürrle (80.).

Neymar fiel mit Frisur und Elfmeter auf

Für die insgesamt enttäuschenden Brasilianer trafen Robinho (71. per Elfmeter nach Foul von Lahm) und der im Vorfeld hochgelobte Jungstar Neymar (90.). Neymar fiel durch seine Schuhe und seine Frisur auf – durch seine Leistung allerdings nicht. Auch der andere Torschütze, der ehemalige Weltklassespieler Robinho, blieb wegehend blass.

Insgesamt wurde das Duell der Fußball-Großmächte im Mittelfeld entschieden: Nach einer ersten Hälfte auf Augenhöhe und ohne Tore zogen Schweinsteiger, Götze und Toni Kroos das Tempo an. Auch der wieder mal extrem quirlige Thomas Müller und der hochengagierte André Schürrle, der in der 46. Minute für den unkonzentrierten Lukas Podolski kam, waren ausschlaggebend.

Cacau durfte für zwei Minuten ran

„Ich habe heute jeden Moment genossen. Die Mannschaft hat gut gespielt und mir auch sehr geholfen. Es lief reibungslos, ich freue mich einfach“, sagte der 19-jährige Götze, der die Szene zum 1:0 mit einleitete. Bundestrainer Joachim Löw war sichtlich angetan: „Wenn man sieht, mit welcher Freude und welcher Lust gerade die Jungen heute gespielt haben, dann sieht man, dass solche Spiele die Mannschaft weiterbringen.“

Und den begeisterten Zuschauern in der wunderbaren Stuttgarter Mercedes-Benz Arena wurde zwei Minuten vor Schluss sogar noch der allerletzte Wunsch erfüllt: Löw wechselte in der 88. Minute VfB-Stürmer Cacau, der vier Tage zuvor im selben Stadion beim 3:0 gegen Schalke jubeln durfte, für Götze ein. Von den fast 55.000 schwarz-rot-goldenen Fans, die einige Male „La Ola“ durch Bad Cannstatt schwappen ließen, gab’s dafür – noch einmal – aufbrausenden Beifall.

Die Aufstellungen:
Deutschland: Neuer – Träsch, Hummels (88. Boateng), Badstuber, Lahm – Schweinsteiger (85. Rolfes), Kroos – Müller, Götze (88. Cacau), Podolski (46. Schürrle) – Gomez (46. Klose).
Brasilien: Julio Cesar – Dani Alves, Lucio, Thiago Silva, Andre Santos – Robinho (86. Renato Augusto), Ralf, Ramires (86. Luiz Gustavo), Fernandinho (69. Ganso) – Neymar, Pato (77. Fred).