Stuttgart: Der „Fischadler“ ist schon wieder weg


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Vor zwei Wochen bereits hätte der amerikanische „Fischadler“ über Stuttgart fliegen sollen. Die Behörden in der und um die Landeshauptstadt waren informiert, einige Ingenieure von Daimler zu der Veranstaltung eingeladen – aufgrund des miesen Wetters jedoch wurde der Termin verschoben.

Da das Wetter nun endlich ein wenig besser wurde, ging das militärische Kipprotor-Wandelflugzeug vom Typ MV-22B Osprey nun am Donnerstag in die Stuttgarter Luft. Eine Maschine vom Sportplatz der amerikanischen Militärbasis Kelley Barracks in Möhringen aus, eine andere von den Patch Barracks in Vaihingen.

„An Bord waren jeweils zehn hochrangige Leute und Offiziere der US-Streitkräfte für Europa (EUCOM) und für Afrika (AFRCOM). Unsere Navy wollte mit diesem Flug die Kapazität und die Leistung der MV-22B Osprey demonstrieren“, erklärt Liz Moore, die in der Verwaltung der Kelley Barracks arbeitet und für die amerikanisch-deutschen Verbindungen zuständig ist.

3Am Freitagabend vergangener Woche hatte sie eine E-Mail an betreffende Behörden und die Bezirksvorsteher in unter anderem Vaihingen, Möhringen, Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt geschickt und den neuen Flugtermin des „Fischadlers“ – das deutsche Wort für Osprey – bewusst angekündigt.  „Es ist ja nunmal so, dass wir hier nichts machen, nur weil wir es wollen“, sagt Moore und entschuldigt sich sogleich für den Flug der spektakulären Maschine des US Marine Corps: „Die Osprey ist sehr tief geflogen und sie ist wirklich sehr laut.“

Für die Mitarbeiter des Pressehauses in Möhringen war die Flugschau am Donnerstagvormittag ein willkommener Grund, die Nase am Fenster platt zu drücken.

Die Kinder eines Möhringer Kindergartens hingegen fanden das plötzlich auftauchende Riesenungetüm am Himmel furchteinflößend und bekamen es mit der Angst zu tun. „Das tut uns leid“, wiederholt Liz Moore. „Ich hatte versucht, allen Personen und Institutionen früh genug Bescheid zu geben, das geflogen wird. Offenbar wurden nicht alle erreicht. Unsere Marines werden persönlich den Kindergarten besuchen und sich dafür entschuldigen.“

Youtube-Video von der Landung in Möhringen am 28. März (Alex Ferguson):

Am Donnerstagnachmittag war die MV 22-B Osprey, die wie ein Hubschrauber als Senkrechtstarter abheben und zugleich schnell wie ein Flugzeug fliegen kann, schon wieder weg aus Stuttgart.

„Die beiden Maschinen sind zum Army Airfield in Leinfelden-Echterdingen geflogen und von dort aus weiter auf einen Flugzeugträger, vermutlich vor Spanien“, so Liz Moore. „Das war eine einmalige Sache. Und die Demonstration war übrigens erfolgreich, sie kam sehr gut an.“

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Die US-Streitkräfte wollen nach Militär-Informationen 2013 bis zu elf Flugzeuge des Osprey-Typs in Großbritannien stationieren. Diese sollen dann die Kommandotrupps der US Special Forces zu Einsätzen in Europa, im Südwesten Asiens und in Afrika fliegen.

Einige Stuttgarter haben die seltene Flugmaschine am Donnerstag fotografiert und auf Facebook oder Twitter gepostet, beispielsweise @iammikegoldberg,@bogenschlag und @ontix.

Diesen Text habe ich am 28. März, 16.56 Uhr, online bei Stuttgarter Nachrichten, Stuttgarter Zeitung und Schwarzwälder Bote veröffentlicht.
Zudem habe ich bereits vier Stunden zuvor einen Artikel zum selben Thema veröffentlicht.

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