Andy Hinkel & Timo Hildebrand:        Die „arbeitslosen Superstars“ bei Sky


Rund acht Jahre ist es nur her, eigentlich keine lange Zeit – doch im Fußball eine halbe Ewigkeit: Am 1. Oktober 2003 schlug der VfB Stuttgart in der Champions League die große Mannschaft von Manchester United um Cristiano Ronaldo, Ruud van Nistelrooy und Roy Keane mit 2:1 – und zu den furiosen „jungen Wilden“ des VfB gehörten der damals 24-jährige Torwart Timo Hildebrand, der 2007 mit dem VfB gar Meister wurde, und der 21-jährige Rechtsverteidiger Andreas Hinkel.

Und nun, am 10. September 2011, hatten Hildebrand (32) und Hinkel (29) mal wieder einen gemeinsamen Auftritt, in der Show „Samstag LIVE!“ (20.45 bis 22.15 Uhr) von Bezahlsender Sky in Ismaning bei München – allerdings einzig und allein aus dem Grund, dass beide aktuell ohne Verein sind.

„Arbeitslose Superstars“

Das Duo, das einst eine feste Größe beim VfB und in der deutschen Nationalmannschaft war und Erfahrungen im Ausland (FC Valencia und Sporting Lissabon beziehungsweise FC Sevilla und Celtic Glasgow) machte, ist arbeitslos – und so stellte Sky die beiden Fußballer eben als „arbeitslose Superstars“ vor.

„Generell ist es ein bisschen zäh in diesem Jahr auf dem Transfermarkt“, antwortete der in Stuttgart weiter sehr beliebte Andy Hinkel auf die Frage der Moderatoren Oliver Pocher und Jessica Kastrop, warum er denn auch noch nach dem Schließen des Transferfensters ohne Klub dasteht.

„Ich bin voll im Saft“

„Ich will auch nichts überstürzen. Generell bin ich aber weiter sehr froh, mich beim VfB fithalten zu können.“ Eben dies hatte Hinkel bereits vor zweieinhalb Wochen in der Videoserie „Bruno sieht rot“ betont.

„Und inzwischen“, so Andy Hinkel, „nach meinem überstandenen Kreuzbandriss und vier Wochen Training beim VfB, bin ich voll im Saft. Ob sich nun was ergibt, weiß ich nicht. Wir werden’s sehen.“

Der siebenfache Nationalspieler Hildebrand muss derzeit auch in Sachen Training ohne Verein auskommen: „Ich halte mich mit einem Privattrainer in Stuttgart fit, im Torwartbereich kann man das machen, anders als bei einem Feldspieler.“

Der Torhüter möchte nach unglücklichen Abstechern nach Spanien und Portugal fußballerisch nun „schon nach Deutschland zurück“, und wenn ein Angebot kommt, „dann muss man das prüfen und dann nach dem Bauchgefühl entscheiden.“ Angebote aus der Türkei und Russland hat er kürzlich abgelehnt.

Zum 1. FC Nürnberg? „Keine Ahnung“

Oli Pocher und Jessica Kastrop, die vor allem durch den „Kopfschuss“ des VfB-Verteidigers Khalid Boulahrouz Popularität erlang, versuchten, aus denen auf einer weißen Couch entspannt lauschenden Kickern den aktuellen Stand möglicher Vertragsverhandlungen zu entlocken – doch die Medienprofis Hinkel und Hildebrand hielten sich selbst beim Begutachten von Bundesligatrikots an einer Wäscheleine bedeckt:

Vielleicht zu Ex-Trainer Magath nach Wolfsburg, wo schon Ex-Mitspieler Hitzlsperger gelandet ist? Kein Kommentar. Zum 1. FC Köln? Stille. Zum Tabellenletzten HSV? Keine Reaktion. Etwa zum 1. FC Nürnberg? „Keine Ahnung“, zuckte Timo Hildebrand, der beim Club möglicherweise für die beiden verletzten Keeper Schäfer und Rakovsky einspringen könnte, mit den Schultern. Immerhin.

„Man entwickelt eine gewisse Demut“

Über das aktuelle Hauptthema – die andauernde Arbeitslosigkeit der beiden prominenten Fußballer – hinaus entwickelte sich in einer mehr als ordentlichen Sendung erfreulicherweise eine angenehme Atmosphäre: Der Zuschauer erfuhr, dass Hildebrand im Januar erstmals Vater wird, dass der 21-fache Nationalspieler Hinkel bereits zwei kleine Kinder (zwei Jahre/neun Monate) hat, dass der Backnanger gerne Urlaub im andalusischen Chiclana de la Frontera macht, mehrere Bücher gleichzeitig liest und dass beide Fußball-Routiniers die Playstation eingemottet haben.

„Früher haben wir uns über Fußballklubs unterhalten, heute eben über unsere Kinder“, lachte Hildebrand, der zudem ehrlich zugab: „Ich hätte nicht gedacht, dass es wieder so lange dauert, bis ich wieder einen neuen Verein habe. Da entwickelt man schon eine gewisse Demut.“ Während und nach der Show wurde der Auftritt der beiden früheren Stuttgarter bei Facebook (etwa bei Andy Hinkel und bei Sky) ergiebig kommentiert.

„Ein sympathischer Auftritt“

Oliver Pocher, der einige Male – mal deutlich, mal subtil – mit Jessica Kastrop rumzickte, bedankte sich schließlich bei Andy Hinkel und Timo Hildebrand für den wahrhaft „sympathischen Auftritt“ – denn, mit einen Augenzwinkern in Richtung des FC Bayern München, „es ist in eurer Situation schwieriger hierher zu kommen, als wenn man ein 7:0 im Rücken hat.“

Dieser Artikel wurde auch auf stuttgarter-zeitung.de und stuttgarter-nachrichten.de veröffentlicht.

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