Danke, Logan Bailly!


Es immer gut, wenn einer für Ordnung sorgt. Also für klare Verhältnisse. Und Logan Bailly ist so einer – Gott sei dank.

Irgendwie war es ja befremdlich, dass Borussia Mönchengladbach nach dieser beschissenen megapeinlichen Hinrunde plötzlich – nach nur wenigen Zittersiegen in ersten Hälfte der Rückrunde – doch noch eine Chance auf den Bundesliga-Klassenerhalt hat.

Nach dem 2:0 gegen Hoffenheim, schon der zweite Heimsieg in Folge, gelingt Rastaverteidiger Dante dann auch noch in der Nachspielzeit das 1:1 bei Werder Bremen. Gladbach sah wieder Land, das Kommando von Neu-Coach Lucien Favre schien korrekt.

Die Fans waren gerade mühsam aus dem Tal der Tränen und der Verachtung hinauf auf einen kleinen Hügel geklettert, von der sah man weit hinten am Horizont wieder die Bundesligasonne. Toll, dachten sie, wenn die Borussia das jetzt noch packt – diese Aufholjagd geht in die Fußballhistorie ein.

Stattdessen verewigte sich am Freitagabend ein Torwart – darf man ihn wirklich so bezeichnen? – in den Geschichtsbüchern: Gladbachs extrovertierter Schlussmann Logan Bailly – der mal Belgiens Nummer 1, aber auch Gladbachs Nummer 3 war – boxte sich die harmlose Ecke von Lautern Christian Tiffert so kläglich und unbedrängt über die eigene Linie, dass das kein Mitleid verdient – sondern eher Gedanken an die osteuropäische Wettmafia  hervorruft. Wieviel der Mann, der tatsächlich einst auch mal beim FC Bayern Thema gewesen sein soll, wohl dafür bekommen hat, dass er für die Borussia dieses Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (0:1) verloren hat? Man mag ihm nur wünschen, dass er dabei gut verdient hat.

Die zehn anderen Borussen auf dem vom Regen aufgeweichten Feld waren und blieben ob dieses „unglaublichen Fehlers“ (Sky-Mann Thomas Wagner) geschockt, schwammen dann ein wenig daher, hauten ein paar Mal den Ball alibimäßig nach vorne in Richtung FCK-Tor und warteten sehnlichst auf den Abpfiff.

Der ertönte schließlich und der ganze Borussia-Park blickte auf einen Mann, der im orangefarbenen Trikot einsam über den Rasen in die Kabine trottete. Als er aus dem Blickfeld war, rechneten die Gladbach-Fans die aktuelle Tabelle zusammen und dann war klar: Danke, Logan Bailly, die Zittersaison hat ein Ende.

Jetzt haben wir alle Klarheit: Ab Juli geht’s gegen den MSV Duisburg, den SC Paderborn und den FSV Frankfurt. Schön ist das nicht, keine Frage. Aber so ein Abstiegskampf ist auch verdammt anstrengend. Gut, dass er vorüber ist.

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